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Medizinisches und pflegerisches Personal bekommt Handlungshinweise bezüglich Barrierefreiheit und Kommunikation

Der Gang zum Arzt ist in den meisten Fällen schon schwer genug, besucht man die Praxis doch in der Regel, da die Gesundheit angeschlagen ist. Ist man darüber hinaus noch auf Barrierefreiheit angewiesen, kann der Arztbesuch in regelrechten Stress ausarten. Das Hessische Sozialministerium hat nun die Broschüre „Handlungsorientierung für Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen, Zahnärzte, Therapeutinnen, Therapeuten und Praxispersonal – Menschen mit Behinderung in ärztlicher, zahnärztlicher und therapeutischer Behandlung“ herausgegeben.

Broschüre für besser Kommunikation und Barrierefreiheit vom Hessischen Sozialministerium herausgegeben.

Das Hessische Sozialministerium hat eine Handlungsorientierung für medizinisches und pflegerisches Personal herausgegeben.

Menschen mit Handicap haben andere Bedürfnisse als Menschen, die nicht in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, sei es nun geistig oder körperlich. Entsprechend muss die Umwelt im Umgang mit diesen Menschen auch andere Verhaltensweisen an den Tag legen, damit Kommunikation und Interaktion funktionieren können. Dies ist nicht nur in Alltagssituationen wichtig, sondern – und dort vielleicht besonders – in Situationen, in denen der ältere oder behinderte Mensch Hilfe benötigt.

Ein solcher Fall ist der Gang zum Arzt. Schon für Bürger, die nicht auf Barrierefreiheit angewiesen sind, ist der Arztbesuch nicht immer ein angenehmes Unterfangen. Damit für diejenigen, die sich nicht ungehindert frei bewegen können, die häufigsten Stolpersteine in Kommunikation und Fortbewegung aus dem Weg geräumt werden, hat das Hessische Sozialministerium eine Broschüre herausgegeben, die sich an medizinisches und pflegerisches Personal wendet. Die „Handlungsorientierung für Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen, Zahnärzte, Therapeutinnen, Therapeuten und Praxispersonal“ soll als „Unterstützung für die Kommunikation mit Menschen unterschiedlicher Behinderungen und bei der Herstellung einer weitgehenden Barrierefreiheit in Praxisräumen dienen“, wie es im Vorwort heißt. Dieser Schritt zur Verbesserung ist notwendig, denn „Missverständnisse in der Kommunikation können die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der medizinischen Versorgung erschweren“, wie der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner gestern in Wiesbaden betonte.

Broschüre soll Hilfestellung zur Barrierefreiheit leisten

Nicht nur um Kommunikation geht es in der „Handlungsorientierung“, auch Tipps, die Praxisräume barrierefrei zu gestalten, werden gegeben. Der Sozialminister hält fest, dass es meist nur kleine Umbauten und Nachrüstungen sind, die Barrierefreiheit ermöglichen. „Wird Barrierefreiheit von Anfang an mit eingeplant, können die Mehraufwendungen im Verhältnis zu den Gesamtkosten gering gehalten werden“, so Grüttner weiter.

Erarbeitet wurde die Broschüre in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Koordinationsbüro für behinderte Frauen in Kassel, dem Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen und der leitenden Ärztin der Abteilung Soziales beim Regierungspräsidium Gießen und ist als Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gedacht. Die Handlungsorientierung kann unter www.hsm.hessen.de – unter „Infomaterial“ – als Word- oder pdf-Datei heruntergeladen oder als gedruckte Broschüre beim Hessischen Sozialministerium bestellt werden.

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