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Lüneburger Kreideberg: Barrierefreies Quartier entsteht

Der Stadtteil Kreideberg in Lüneburg erhält ein neues Quartier für Jung und Alt. Damit möglichst alle in ihrem gewohnten Lebensbereich altern können, sollen Kreideberg und Ochtmissen zu einem “generationsübergreifenden” Viertel umgebaut werden – dafür haben sich Bürger ausgesprochen. Die rot-grüne Mehrheitsgruppe hat das Projekt bereits in ihrer Gruppenvereinbarung verankert.

Lüneburg

Lüneburg: Ganze Quartiere sollen barrierefrei werden. Foto: Anne Bermüller / pixelio.de

Der Kreideberg ist mit 7.917 Bewohnern der zweitgrößte Stadtteil Lüneburgs, der Anteil der über 60-Jährigen mit 2.264 Bewohnern relativ hoch. Bei einer Veranstaltung im Gemeindesaal der Paulusgemeinde wurde jetzt über ein Neubauprojekt informiert, das zahlreichen Bürgern ein neues Zuhause bieten soll. Initiatoren der Veranstaltung waren regionalen Medien zufolge Eduard Kolle (SPD), Ernst Bögershausen (Grüne) und Jörg Stoffregen, ehemaliger Diakon der Paulusgemeinde und Bewohner des Kreidebergs. Das Quartier soll den Bedürfnissen aller Menschen gerecht werden, sodass sie im Alter oder wenn sie ein Handicap haben, nicht den Kreideberg verlassen müssen, so die Initiatoren über das Projekt. Man wolle keine zentralisierte Hilfe und Betreuung in Altenheimen, stattdessen solle der Service zu den Menschen gebracht werden, sodass sie möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können. Der bisherige Umgang mit alten Menschen sei häufig vom Prinzip der Ausgrenzung und Kasernierung gepägt gewesen, der wohl vor allem kommerziellen Überlegungen geschuldet war, sagten Kolle und Bögershausen gegenüber dem Hamburger Abendblatt – das solle sich jetzt ändern.

Dafür soll einiges getan werden: Unter anderem sollen die Wohnungen so umgebaut werden, dass sie vollständig barrierefrei sind, dazu gehörten auch Fahrstühle, die es in vielen Wohnblöcken noch nicht gibt. Die drei Wohnungsgesellschaften hätten bereits Bereitschaft fürs Umrüsten gezeigt, erklärt Kolle gegenüber der Landeszeitung für die Lüneburger Heide. Oberbürgermeister Ulrich Mädge habe sich außerdem dafür ausgesprochen, dass Städtebaufördermittel eingeworben werden. Die Barrierefreiheit sei aber nicht nur entscheidend für alte Menschen, sondern auch für Menschen mit Handicap oder Mütter mit Kinderwagen, ergänzt Stoffregen. Wichtig sei es darüber hinaus, dass nachbarschaftliche Hilfe wieder einen größeren Stellenwert erhalte. Vorstellbar sei nach Angaben der Landeszeitung unter anderem auch ein Schüler-Einkauf-Dienst unter dem Motto “Jung hilft Alt”. Angedacht sei außerdem mit der Alzheimer Gesellschaft eine Pflegewohngemeinschaft für Menschen mit Demenz.

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